CDU und Busgesellschaft: Wenn sie König von Erftstadt wär‘

Eine Glosse von Dr. Hans-Eduard Hille

Die CDU fordert eine städtische Busgesellschaft. Sie hat auch schon klare Vorstellungen, welche Bus-Verbindungen die städtische Gesellschaft anbieten soll: Alle bisherigen und noch viel mehr. Da muss man unwillkürlich an den Refrain denken: „Das alles, und noch viel mehr, würd' ich machen, wenn ich König von Deutschland wär'." Das Lob des Zeitungskommentators ist der CDU gewiss. Unschön nur, dass so ein Busverkehr Geld kostet, viel Geld sogar. Das ist zwar in der Stadtkasse gerade nicht vorhanden, aber die CDU weiß Rat: Der Busverkehr soll mit den Gewinnen der Energiegesellschaft subventioniert werden. Die hat zwar noch keinen Cent Umsatz erwirtschaftet und noch keinen Business-Plan und die nicht vorhandenen Gewinne sind politisch auch schon für die Sanierung des städtischen Haushalts eingeplant. Aber da zeigt sich, dass nicht vorhandenes Geld dem vorhandenen deutlich überlegen ist. Vorhandenes Geld kann man nur einmal ausgeben, dann ist es weg. Nicht vorhandenes Geld aber lässt sich mühelos mehrfach ausgeben. Es ist ja eh' nicht da. Zunächst einmal soll jetzt ein Gutachter tätig werden. Der wird dann von dem in der Stadtkasse nicht vorhandenen Geld bezahlt. Das macht aber nichts, denn bei den städtischen Konten steigt der Kontostand mit jeder Ausgabe. Und wenn das Honorar beim Gutachter eintrifft, steigt dessen Kontostand (hoffentlich) auch. Das nennt man dann in manchen politischen Kreisen Win-win-Situation.