Nur Lechenich hat einen Maibaum - Schade!
In den Reihen der Maigesellsch
aften Erftstadt hat es zum Beginn des Wonnemonats viel Verärgerung gegeben. Gabriele Molitor hat für die FDP-Stadtratsfraktion eine Anfrage an Bürgermeister Volker Erner gerichtet. Thema: Warum durften die Lechenicher einen Maibaum in ihrer Ortsmitte aufstellen und die anderen Ortsteile nicht? Hier der Wortlaut der Anfrage:
"Brauchtumspflege und Vereinsleben sind im Zuge der Corona-Krise zum Erliegen gekommen. Die ehrenamtlich tätigen Bürgerinnen und Bürger in Erftstadt halten sich schweren Herzens an die Beschränkungen und üben Verzicht. Nun haben sich mehrere Maigruppen in einem offenen Brief an Sie, den Bürgermeister, gewandt, weil sie eine Ungleichbehandlung zu beklagen haben. Auf dem Lechenicher Marktplatz wurde von der Lechenicher Narrenzunft mit städtischer Genehmigung ein Maibaum aufgestellt. Er dürfte der einzige Maibaum auf einem zentralen Platz in ganz Erftstadt sein.
Denn die Maigesellschaften aus Ahrem, Bliesheim, Friesheim, Dirmerzheim, Gymnich und Niederberg waren – so ist zu hören - im Vorfeld durch die Ortsbürgermeister informiert worden oder hatten sich beim Ordnungsamt telefonisch erkundigt, ob sie unter den gegenwärtig geltenden Kontaktbeschränkungen einen Maibaum setzen dürfen. Offenbar wurden ihnen Absagen erteilt, so dass sie erst gar keinen schriftlichen Antrag auf Genehmigung stellten. Und nun stellen sie verwundert fest, dass in Lechenich trotz Corona ein Maibaum stehen darf. Gerade in diesen schweren Zeiten hätten sich viele Menschen gern an einem so schönen Symbol wie dem Maibaum auch auf anderen Dorfplätzen erfreut.
Ich bitte Sie zu erklären, warum die Lechenicher Narrenzunft einen Maibaum aufstellen durfte und die anderen Gesellschaften in Erftstadt nicht? Warum haben die Ortsbürgermeiser oder das Ordnungsamt nach der Sondergenehmigung für Lechenich nicht noch einmal Kontakt mit den Vereinen aufgenommen, um ihnen die gleiche Chance zu geben? Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass die Bevorzugung eines großen Vereins Verärgerung hervorruft."